Wie ich einem Kollegen das Leben rettete
Als ich ca 17 Jahre alt war, arbeitete ich neben meiner Lehre als Elektromechaniker im Zürcher Jugendhaus "Drahtschmidli" bei Tanzveranstaltungen mit. Zum einem im Jugendhaus an der Limmat, zum anderen im Sommer auf dem Platz am See neben dem heutigen Lakeside.
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Dort wurde jeweils am Samstag eine Bühne für Livebands eingerichtet und für die allgemeine Stimmung wurden Lampengirlanden aufgehängt. Es war ein beliebter Festanlass da er fürs Publikum kostenlos war. Die Bands wurden über einen Fond der Stadt Zürich finanziert. Alle Beteiligten arbeiteten kostenlos.
Um 23:00 Uhr war Schluss. Die Band baute ihre Instrumente ab und wir vom Jugendhaus begannen mit dem Rückbau der technischen Anlagen. Dazu gehörten auch die Lichterketten. Normal war das die Lichterkette zuerst vom Strom getrennt wurde und dann um den Unterarm aufgewickelt und verpackt wurde.

Es gab aber auch Helfer welche die Lichterketten unter Strom aufwickelten um festzustellen, ob es defekte Glühbirnen gibt.
Da die Tanzfläche direkt neben dem Zürichsee war, schwappte ab und zu eine Welle Wasser auf den Boden und bildete eine kleine Lache. Wie man weiss, vertragen sich Elektrizität und Wasser überhaupt nicht!
Einer der Helfer war gerade am aufwickeln der Lichterkette. Dummerweise stand er in einer der Wasserlachen. Und per Zufall war die Isolation des Stromkabels etwas defekt und der blanke Kupferdraht lag frei! Unglücklicherweise geschah das Unvorhersehbare das die Hand des Helfers auf die defekte Stelle am Kabel griff und gleichzeitig stand er im Wasser. Er erhielt einen starken, anhaltenden Stromschlag. Seine Hand verkrampfte sich, sodass er sich nicht mehr vom Kabel lösen konnte!
Er zitterte und schrie wie am Spiess!
Ich stand einige Meter neben ihm und rannte so schnell ich konnte quer durch die letzten Tanzenden zu Ihm. Ich konnte mit viel Glück das Stromkabel von seiner Hand lösen ohne dass ich selber zum Opfer wurde.
Wenn das nicht gelungen wäre, hätte der Mann sterben können. Viel Glück und ein Schutzengel und meine Wenigkeit verhinderten Schlimmeres!
Leider weiss ich heute nicht mehr wer der Kollege war....